USA: Neue Phytostoff-Kombination im Kampf gegen Darmkrebs vielversprechend getestet

Die Kombination von zwei Phytostoffen, beide bekannt für ihre medizinischen Eigenschaften, wurde an der Saint Louis University in Missouri in verschiedenen Studien auf ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von Darmkrebs erforscht. Jetzt wurden die vielversprechenden Ergebnisse im englischsprachigen Magazin Journal of Cancer in der Ausgabe vom 23. Juni veröffentlicht.  

Jedes für sich schon stark in der Wirkung – gemeinsam unschlagbar

Bei den Phytostoffen handelt es sich zum einen um Curcumin, den Wirkstoff der Kurkumapflanze und Silymarin, dem Wirkstoff der Mariendistel. Curcumin ist der Wirkstoff der vor allem als Küchengewürz bekannten Kurkuma-Rhizome, die von Wissenschaftlern weltweit seit Jahrzehnten auf ihre heilende Wirkung erforscht wird und deren Anwendung sich bei bisher siebzig Erkrankungen erfolgreich gezeigt hat. Silymarin ist ein Bestandteil der Mariendistel. Die medizinische Anwendung dieser Pflanze kann bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgt werden und wurde über die Jahrhunderte erfolgreich zur Behandlung von Lebererkrankungen verwendet. Silymarin wird auch heute in der Medizin vor allem bei toxischen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Leber eingesetzt, z. B. bei Hepatitis C, Leberzirrhose und in der Notfallmedizin bei Pilzvergiftungen.

Bei der vorliegenden Studie untersuchte das Forschungsteam eine Reihe von Darmkrebszellen in einem Labormodell. Sie behandelten die Zellen zunächst nur mit Curcumin, danach mit Silymarin. In der Kombination beider Phytostoffe erzielte das Team um Professor Dr. Uthayashanker Ezekiel die besten Ergebnisse. „Die Kombination der beiden Phytochemikalien hat erfolgreich Darmkrebszellen an der Vermehrung und Verbreitung gehemmt. Außerdem zeigte sich, dass Dickdarmkrebszellen, die zunächst einer Curcumin-Behandlung ausgesetzt waren und dann mit Silymarin behandelt wurden, in großer Menge abstarben,“ so Prof. Ezekiel. Der Einsatz der Mariendistel ist somit nicht länger mehr nur auf die Leber beschränkt. „Phytochemikalien können alternative therapeutische Ansätze zur Behandlung von Krebserkrankungen bieten und Toxizitätsprobleme und Nebenwirkungen vermeiden, welche mit einer Chemotherapie meistens einhergeht.“

Prof. Ezekiel weist darauf hin, dass es sich zunächst um eine vorläufige Zellstudie handelt und dass es weiterer wissenschaftlicher Studien bedarf, bevor das Forschungsteam weiß, welche möglichen Nebenwirkungen zu beachten sind. „Eine zu hohe Konzentrationen von Curcumin und Silymarin könnte gesundheitliche Schäden bei Menschen verursachen“ so Prof. Ezekiel, „wir müssen auch wissen, welche Auswirkungen diese Kombination auf die menschlichen Molekülen sowie die genetische Transkription und Expression hat und die genau Ursache erforschen, warum sie in der Lage sind, Zellen zu ändern und abzutöten.“

 

Was genau ist Darmkrebs?

Mit dem Oberbegriff Darmkrebs (Kolonkarzinom) werden sowohl Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon), des Enddarms (Mastdarm/Rektum) und des Darmausgang (Anus) zusammengefasst. Man spricht auch vom „kolorektalen“ Karzinomen. Zwar wächst weltweit die Zahl der Neuerkrankungen an Darmkrebs, aber die Sterberaten sinken bei beiden Geschlechtern stetig. Das Risiko, erneut an Darmkrebs zu erkranken, verringert sich mit den Jahren. Die  Tumornachsorge ist in der Regel nach 5 Jahren beendet und der betroffene Patient als geheilt eingestuft werden kann. Die Heilungschancen sind sehr stark vom jeweiligen Stadium der Erkrankung abhängig: Wird sie frühzeitig, also im ersten Stadium erkannt, liegt die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Heilung bei über 90 Prozent. Allein in Deutschland erkranken jährlich ca. 73.000 Menschen neu an einem bösartigen Darmtumor und ca. 26.700 Menschen sterben jedes Jahr daran. Damit steht Darmkrebs in Deutschland und auch in der Schweiz auf Platz zwei der häufigsten Krebserkrankungen. Einer der Hauptgründe für diese Erkrankung ist falsche Ernährung.